Das Glockengeläut

„Das Glockengeläut als besonderer Ton in userer alltäglichen Geräuschkulisse und Verbundenheit mit unserem Wohnraum“

Die Glocken der christlichen Kirchen (bekannt seit dem 6. Jh. und als Einzelfall sogar schon belegt um 313 zur Zeit des Kaisers Konstantin) erinnern an die Geschöpflichkeit des Menschen: Gott ist der Herr der Welt und wir Menschen seine Geschöpfe, die zu seiner Ehre und Freude die Zeit gestalten sollen.

Die Glocken laden zum Gottesdienst ein und erinnern an die Gebetszeiten im Ablauf des Tages. Sie kennzeichnen für die Daheimgebliebenen und Kranken das Beten des Vaterunsers im Gottesdienst der versammelten Gemeinde. Die Glocken rufen zu Amtshandlungen wie Trauungen, Taufen oder Trauerfeiern. Sie laden ein zu geistlichen Konzerten durch das Kirchenjahr.

Unsere neue Heilig-Geist-Kirche für die Stadtteile Hand und Paffrath in Bergisch Gladbach wurde am 25. Juni 1961 eingeweiht und hatte damals noch keine Glocken. Die kamen erst in den nachträglichen gebauten Turm dazu, und so wurden am 26.Juni 1966 vier Glocken eingeweiht. Es wurden drei Glocken für die Heilig-Geist-Kirche in der Glockengießerei Sinn im Dillkreis gegossen; die vierte und kleinste, die schon 1780 gegossen wurde, hat der damalige Pfarrer Huch aus Neustettin organisiert.

In der Evangelischen Gemeinde Bergisch Gladbach (ohne Bensberg) gibt es heute vier Zentren mit Kirchenglocken neben den acht katholischen. Für die Kirchen ist das Geläut in unserer Stadt mit einer besonderen Läuteordnung genau geregelt. So läutet z.B. die kleinste und auch älteste Glocke der Heilig-Geist-Kirche zum Stundengebet um 7:00, 12:00 und 19:00 Uhr jeweils 5 Minuten auf dem Ton e“. Zusammen mit den anderen drei Glocken in der Reihenfolge nach ihrer Größe auf den Tönen d“ und h´ und a´ laden sie im vollen Geläut sonntäglich zum Gottesdienst um 10 Uhr ein. Am unterschiedlichen Glockengemisch kann man den besonderen Gottesdienst erkennen: z. B. „signieren“ die beiden mittleren Glocken einen Trauungsgottesdienst.

Viele Menschen schätzen die Glockentöne als besonderen Bestandteil unserer Umwelt und lassen sich gerne an die Geschöpflichkeit erinnern. Zum 8. Mai 1995 hat die Stadt Bergisch Gladbach die Kirchen gebeten, durch ein Mittagsgeläut um 12:00 Uhr zu einer Schweigeminute aufzurufen und an das Kriegsende vor 50 Jahren zu erinnern. Unsere Gebetsglocke der Heilig-Geist-Kirche hat dazu in ihrem Wirkungskreis eingeladen.

Hier nochmal zusammengefasst ein paar Eckdaten und Tonbeispiele unserer Glocken:

Glocke 4 (die kleinste Glocke)
Schlagton: e´´
Durchmesser: 59 cm
Gewicht: 107 kg
Inschrift:
SIT NOMEN DOMINI BENEDICTUM ME FECIT I M MEYER NEU STETTIN 1780
(Der Name des Herrn sei gelobt. Mich schuf I.M.Meyer Neustettin 1780)
Klang:
Glocke 3
Schlagton: d´´
Durchmesser: 74 cm
Gewicht: 230 kg
Inschrift:
GOTT MACHT UNS SELIG DURCH DAS BAD DER WIEDERGEBURT UND ERNEUERUNG IM HEILIGEN GEIST
+Titus 3,5+
Klang:
Glocke 2
Schlagton:
Durchmesser: 88 cm
Gewicht: 376 kg
Inschrift:
SEID FLEISSIG ZU HALTEN DIE EINIGKEIT IM GEIST DURCH DAS BAND DES FRIEDENS
+Eph. 4,3+
Klang:
Glocke 1
Schlagton:
Durchmesser: 98,5 cm
Gewicht: 511 kg
Inschrift:
IHR WERDET DIE KRAFT DES HEILIGEN GEISTES EMPFANGEN UND WERDET MEINE ZEUGEN SEIN
+Act. 1,8+
Klang:
gesamtes Geläut

Alle drei neuen Glocken 2 bis 4 tragen außerdem alle ein gleiches Schriftband, das die Inschrift des Kirchensiegels der Evangelischen Gemeinde Bergisch Gladbach aufnimmt:

ECCL + EVANG + GLADBACENSIS + AD + SPIRITUM + SCTUM +

Sie zeigen auf der Vorderseite des Glockenmantels das Symbol der Taube des Heiligen Geistes, die sich auf das Kreuz herniederlässt. Auf der Rückseite erscheint das Gießerzeichen der Glockengießerei Gebrüder Rincker, Sinn im Dillkreis, und das Gussjahr 1966.